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Hier möchte ich Ihnen 3 Mittel vorstellen, die eine große Unruhe besitzen. Auch hier geht es nicht um eine vollständige Darstellung, sondern ich möchte die Mittel im Bezug auf Unruhe vorstellen. Aconitum Aconitum napellus Sturmhut - blauer Eisenhut Er gehört zur Familie der Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse. Der blaue Eisenhut besitzt ein plötzliches Gift, genau wie die Erkrankungen, die Aconitum bedürfen, plötzlich auftreten. Es ist ein Staudengewächs und zur Herstellung eines homöopathischen Mittels wird die gesamte Pflanze zu Beginn der Blüte verwendet. Früher hat man aus dieser Staude ein Pfeilgift hergestellt. Toxikologie: Der wirksame Bestandteil ist das äußerst giftige Alkaloid Aconitin. Es wirkt hauptsächlich auf das Nervensystem und greift sensible und motorische Nerven an. Das Aconitin kann durch die unverletzte Haut aufgenommen werden und wirkt zuerst erregend, dann lähmend. Es werden Übelkeit, Krämpfe, Temperatursenkung, Kälte- und Taubheitsgefühle ausgelöst. Steingassner sagt: " 3,0 mg töten ein Pferd !" Der Hauptangriffspunkt von Aconitin sind die Gefäße. Die Angst von Aconitin erklärt sich im Sauerstoffmangel, wie er bei Kreislaufproblemen auftaucht. Es kommt zu starkem Speichelfluss, Lähmungen der Zunge, der Gesichts- und schließlich der Extremitätenmuskulatur. Weiterhin zu Magen-Darm-Problematik, Nierenproblemen, langsamen, arhythmischem Puls, Blutdruckabfall, das Atem- und Gefäßnervenzentrum werden gelähmt und schließlich kommt es zum Kreislaufkollaps. Aconitum Wird häufig bei plötzlich auftretenden Entzündungen verabreicht, vor allem bei Fiebern, oder auch als Schmerzmittel. Aconitumschmerzen sind sehr heftig und treiben den Patienten in die Verzweiflung. Die Patienten sind auch in gewohnter Umgebung ängstlich mit extremer Unruhe. Die Aconitumunruhe tritt in den ersten Stadien entzündlicher Erkrankungen mit hohem Fieber ein. Das Spektrum der Unruhe geht von "Tiere können aufgeregt erscheinen", bis hin zu "große, unkontrollierbare, qualvolle Angst". Sie zeigen außerdem eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Wärme, Geräuschen, Gerüchen, kalter Luft. Die Tiere sind hastig und schreckhaft und wollen unter gar keinen Umständen angefasst werden, sie gehen sofort in Abwehr. Es bestehen veränderliche Stimmungen, gerade noch gut gelaunt werden die Tiere plötzlich panisch, sie zeigen nervöse Reizbarkeit und/oder Traurigkeit mit Furcht. Das Ganze wird häufig von Schwäche und Appetitmangel begleitet. Es findet sich auch eine große Schlaflosigkeit, die Tiere fahren im Schlaf hoch, werfen sich herum und finden in keiner Lage Ruhe. Hering beschreibt einen Patienten im Fieber wie folgt: " Hitze mit Durst, harter, voller, frequenter Puls, ängstlich nicht zu beruhigende Ungeduld, außer sich wirft sich in Todesangst hin und her." Aconitum zeigt also plötzlich auftretende Erkrankungen, die gewöhnlich abends und nachts schlimmer sind und auch periodisch auftreten können. Arsenicum album Arsentrioxid, weißer Arsenik Toxikologie: Bei einer akuten Vergiftung tritt Todeskälte, Erbrechen von Galle und Schleim, Durchfall, Leibschmerzen und Kollaps auf. Die Vergiftung an sich verläuft langsam. Die Haut kann trocken und schuppig werden und starken Juckreiz auslösen, die Nägel und Zähne können ausfallen. Es kann zu bläulichen Verfärbungen durch Gefäßstörungen kommen. Arsen hemmt die intrazelluläre "Müllentsorgung" und fördert dadurch, wenn es in kleinen Mengen verabreicht wird, den Stoffansatz. Wird es in größeren Mengen aufgenommen bewirkt es das Gegenteil. Es kommt zur Abmagerung, Entkräftung, Nervosität, Unruhe, Angst, Magen-Darm-Beschwerden und Hautproblemen. Arsenicum album ist kein Mittel des Anfangs, denn seine Wirkung setzt bei schweren Krankheitszuständen ein. Würde man es zu früh einsetzen, so kann die Erkrankung in eine ungünstige Richtung verlaufen. Es handelt sich meist um chronische Krankheiten mit großer Schwäche und die Tiere erscheinen häufig älter als sie sind. Man findet häufig sehr reinliche (Putzzwang der Katzen), ängstliche Tiere vor. Jede Annäherung wird mit zurückweichen oder beißen quittiert. Die größte Angst besteht meist zwischen 2 - 3 Uhr nachts und stellt sich mit großer Unruhe ein. Trotz der Unruhe zeigen die Tiere Schwäche. Arsenicum will ständig seine Lage verändern, mit Umherwerfen und ruckartigem hin und her bewegen, aber häufig kann das Tier das auf Grund seiner Erschöpfung nicht, dann rollen sie mit den Augen. Es kommt zu einem rapiden Sinken der Kräfte mit starker Auszehrung. Die geistige Unruhe ist genauso stark wie die körperliche. Angstanfälle treiben ihn wieder hoch, wenn er noch genügend Kraft besitzt. Nach den Erkrankungen scheinen die Tiere gealtert zu sein. Rhus toxicodendron Giftsumach Er gehört zur Familie der Anacardiaceae, Sumachgewächse. Er ist ein Strauch, welcher durch Berührung Hautprobleme verursacht. Dieser Strauch enthält in allen Pflanzenteilen einen milchigen Saft, der die Haut ätzt. Rhus toxicodendron Wirkt auf Muskeln, Sehnen, Sehnenscheiden, auf die peripheren Nerven, die Schleimhäute, das Zentrale Nervensystem und die Haut. Es fördert die Durchblutung und verbessert somit die Nähstoffversorgung. Die Tiere sind meist ängstlich, ruhelos - ändern ständig ihre Lage, haben ein großes Bewegungsbedürfnis, möchten aber allein sein. Auch bei diesem Mittel zeigt sich eine nächtliche Verschlimmerung. Guernsey beschreibt Rhus tox. wie folgt: " Ein in kurzen Abständen wiederkehrendes unwiderstehliches Verlangen nach Bewegung oder Positionswechsel, gefolgt von großer Erleichterung für eine kurze Weile, nach der sie sich wieder bewegen müssen." Wenn die Tiere geruht haben, oder nach dem Schlafen sind die Bewegungen schmerzhaft steif, aber die Tiere laufen sich ein. Es kommt also zur Erleichterung durch fortgesetzter Bewegung. Rhus tox. hat aber auch eine innere Unruhe, die rein nervöser Natur ist und das Tier treibt, sich fortwährend zu bewegen. Diese Unruhe ist nicht so ausgeprägt wie bei Aconitum und Arsenicum album. Rhus tox. bewegt sich so lange, weil er dadurch Besserung erhält, bis er erschöpft ist. Ulrike Schilf, 2007 |