|
- in Bearbeitung - Facharbeit von Ulrike Schilf
Inhaltsverzeichnis 2. Der Einsatz von Schlangengiften in der Medizin
5. Vergleichende Diskussion der Einsatzmöglichkeiten von Lachesis muta und Naja tripudians 6. Zusammenfassung und Ausblick
Der Einsatz von Schlangengiften in der Homöopathie, dargestellt an den Beispielen von Lachesis muta und Naja tripudians 1. Einleitung Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Wirkungen der homöopathischen Mittel Lachesis und Naja auf den Organismus aufzuzeigen und zu vergleichen, wie sie zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden können. Das Studium der Literatur über Schlangen und deren Gifte führt zu Erkenntnissen über Lebensweise, anatomischen Aufbau und Physiologie derselben, über ihren Einfluss auf Mythologie und Kultur. Es eröffnet Perspektiven, die in vielerlei Hinsicht hilfreich sind, um das Wesen von Naja und Lachesis zu verstehen und gedankliche Verknüpfungen herzustellen, die sonst im Verborgenen bleiben. Diese Arbeit nimmt ausschließlich Bezug auf vorliegende ausgewählte Quellen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch eine eigene Arzneimittelprüfung würde leider den vorgegebenen Rahmen sprengen. Diese Facharbeit kann und soll keine Arzneimittellehre sein, sondern soll eine Vorstellung vermitteln, welchen Einsatzbereich beide Mittel der Homöopathie auf der Suche nach dem Ganzen, dem Wesentlichen und dem Besonderen bieten.
Schlangengifte haben seit dem Altertum heilkundigen Einsatz erfahren, und ihre Bedeutung bis heute nicht nur nicht verloren, sondern ausgeweitet. 2.1 Schlangengifte Der Giftapparat der Schlange dient zum Beuteerwerb (nur in Ausnahmefällen zur Verteidigung) und spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung des Opfers, da Schlangengifte als modifizierter Speichel angesehen werden können und somit als Verdauungsenzym gelten.1 Schlangengifte sind im wesentlichen komplexe Proteingemische. Ihre Konsistenz reicht von zähflüssig und milchig weiß bis hin zu gelblich gefärbt. Hauptkomponenten der Schlangengifte sind Toxine, die für die tödliche Giftigkeit verantwortlich sind, daneben Substanzen, die erhebliche Auswirkungen auf einen Organismus haben können, aber nicht tödlich sind und letztlich Proteine die eine wichtige Rolle bei der Verdauung spielen.1 Diese Gemische setzen sich bei den verschiedenen Schlangenarten unterschiedlich zusammen, so dass man in unterschiedlicher Ausprägung neurotoxische, gerinnungsfördernde und hämolytische Wirkungen beobachten kann. Bei den Crotaliden liegt der Schwerpunkt auf der Hämolyse und der endovaskulären Gerinnung, während bei den Elapiden die Neurotoxizität in den Vordergrund tritt.2
Diese beiden Hauptwirkungsrichtungen ziehen sich, wie im folgenden aufzuzeigen ist, wie ein roter Faden durch die Arzneimittelbilder der zu den Crotaliden gehörigen Lachesis muta und der den Elapiden zugeordneten Naja tripudians. 2.2 Historischer Überblick Seit dem Altertum versucht man sich die Wirkung der Schlangengifte medizinisch nutzbar zu machen. Entweder wurde das Tier als Ganzes eingelegt, oder aber zerstückelt in eine Lösung gegeben mit der Absicht, dass das Tier sein Gift mit deren Eigenschaften in diese abgebe und so nutzbar gemacht werden könne.4 Bis heute windet sich die Schlange als Symbol für Heilkunst und Medizin um den Aesculapstab. Diese Vorstellung geht auf den prähellenischen Schlangengott Asklepios zurück, Sohn des Schlangengottes Apollon. Dem Mythos zufolge wurde der göttliche Arzt von dem heilkundigen Kentauren Chiron aufgezogen. Von Apollon erhielt er eine Schlange, die ihn in die Geheimnisse der Heilkunst einweihte. Er besaß zwei Schalen voller Blut der Medusa, einem furchterregenden weiblichen Wesen mit Schlangenhaar, die ihm Zauberkräfte verliehen. Mit dem Blut der einen Schale konnte er töten, mit dem anderen wiederbeleben. In der Schlange vereinen sich in der Vorstellung der Menschen Tod und Leben. Noch heute gibt es den "Vipernalkohol", der in einigen ländlichen Gebieten als Relikt aus grauer Vorzeit erhalten blieb. Auch der "Theriak", ein berühmtes mittelalterliches Allheilmittel, brachte es als Universalgegengift und Verjüngungselixier zu erheblichem Ruhm. Der griechische Arzt Galenos führte im 2. Jahrhundert nach Christus die Schlange in die abendländische Medizin ein. Er wollte durch den Zusatz von Schlangengiften eine Immunität gegenüber Giften im allgemeinen erreichen und erhoffte sich, dadurch die der Schlange zugeschriebenen Eigenschaften wie Weisheit, Unverwundbarkeit, Regenerationskraft und ewiges Leben, nutzbar zu machen und auf Menschen zu übertragen. Die Schlange galt und gilt noch heute als Inbegriff der Alchemie, da ihre regelmäßige Häutungen als Ausdruck unerschöpflicher Regenerationskraft interpretiert wurden. Die Darstellung des Ouroboros - der Schlange die sich in den Schwanz beisst - symbolisiert den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen und die Wiedergeburt.4 1781 wurde von Dr. Fontana erstmals eine wissenschaftliche Arbeit über Schlangengifte veröffentlicht. Es war aber Dr. Constantin Hering ( 1800 - 1880 ), der 1827 während seines Aufenthaltes in Surinam ( 1827 - 1833 ) die Gifte von Lachesis, Crotalus, Vipera berus, Vipera Redii und Naja tripudians eingehend untersuchte. Mit den Ergebnissen und der Veröffentlichung seiner Forschungsarbeit Wirkung des Schlangengiftes zum ärztlichen Gebrauche vergleichend zusammengestellt ( 1837 ) kam der Durchbruch für die Anwendung von Schlangengiften in der Homöopathie.5 2.3 Gegenwärtige Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgebiete von Schlangengiften Seit wenigen Jahrzehnten ist es erst möglich, genaue biochemische und pharmakologische Analysen durchzuführen, die genauen Aufschluss über einzelne Bestandteile der Schlangengifte und ihre medizinische Nutzbarkeit geben. In der sogenannten Schulmedizin werden Bestandteile von Schlangengiften zur Behandlung von Blutgerinnseln und Blutdruckerkrankungen verwendet. Auch in der Diagnostik finden Schlangengifte ihren Einsatz. Bei der Behandlung von Virusinfektionen und neurologischen Störungen ist seit längerer Zeit bekannt, dass Schlangengifte hier mit großem Erfolg eingesetzt werden können. Die Forschungsarbeiten der heutigen Zeit zielen darauf, sich die gewebszerstörende Wirkung der Schlangengifte für die Bekämpfung von Krebserkrankungen nutzbar zu machen, diese Entwicklung und Forschung steckt aber noch in den Kinderschuhen.3 In der Naturheilkunde gelang es Dr. Waldemar Diesing, etwa ein Jahrhundert nach Herings Einkenntnissen über Schlangengifte, erstmals die Eiweißbrücken aus Schlangentoxinen zu entfernen. Diese hatten bisher den Einsatz von Schlangengiften als Gesamtkomplex verhindert, da allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auftraten. Der von Dr. Diesing erzielte Durchbruch ermöglichte die Reintoxin - Therapie. Die Reintoxin Therapie ist heute eine alleinige Heilmethode und hat sehr gute Heilungserfolge, besonders bei Lähmungen und Sepsis zu verzeichnen.5 2.4 Schlangengifte in der Homöopathie Die Grundlage der Homöopathie schuf S. Hahnemann ( 1755 - 1843 ) mit seinem Werk "Organon der Heilkunst". Richtlinien und Grundprinzipien seiner Methode führte er in Form von 291 Paragraphen aus. Hahnemann postulierte drei Grundprinzipien der Homöopathie :
Hahnemann erkannte, dass die Potenzierung eine Kraft ist, um in den Mitteln bisher nicht erkannte Kräfte zu wecken und zu steigern. Er kam zu dem Schluss, dass die Verabreichung potenzierter Arzneimittel die schonendste Art war, um einen Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Als Schlangengifte aus dem frischen Giftdrüsensekret homöopathisch ( potenziert ) zubereitet wurden, erwiesen sie sich bald als heilkräftig, zum Beispiel bei Virusinfektionen. Homöopathisch zubereitete Schlangengifte zeigten starken Bezug zu Herz, Blut und Nervensystem. 6 In diesem Zusammenhang wurde häufig diskutiert, ob es nicht sinnvoller sei, die Schlangengifte grundsätzlich zu injizieren, anstatt sie oral zu verabreichen, denn dies hätte eine größere Ähnlichkeit mit dem Schlangenbiss. Es zeigte sich jedoch, das homöopathisch zubereitete Schlangenmittel oral verabreicht eine tiefgreifende Wirkung besitzen und dass deshalb weitestgehend auf Injektionen durchaus verzichtet werden kann.7 Seit fast 200 Jahren werden acht verschiedene Schlangengifte in der Homöopathie eingesetzt. Lachesis muta, Crotalus horridus, Naja tripudians und Viperia berus sind häufig verwendete Mittel, seltener werden Crotalus terrificus, Bothrops lanceolatus, Agkistrodon mokeson und Elaps corallinus eingesetzt.8 Zwei dieser Mittel sollen im weiteren näher betrachtet und bezüglich ihrer Einsatzmöglichkeiten verglichen werden. Lachesis muta dürfte das bestgeprüfteste Schlangenmittel überhaupt sein und hat deshalb einen weitgehenden Einsatz in der Homöopathie erfahren. 3.1 Allgemeine Informationen Lachesis muta hat in der Literatur viele Synonyme, am bekanntesten ist wohl die Bezeichnung Buschmeisterschlange, Lachesis trigonocephalus oder Surucucu. Aber sie ist auch noch unter folgenden Namen bekannt : Verrugosa, Mata buex, Buschmeister Otter, bushmaster, Lachesis muta cephala, Lachesis muta muta, Lachesis muta stenophrys und Lachesis rhombeata.9 Die Buschmeisterschlange wird als Reptil zu den Giftschlangen der Crotaliden, dort der Unterordnung Grubenottern gezählt. Sie fällt damit unter die Ordnung der Klapperschlangen. Allerdings ist sie, wie ihr Name schon sagt "muta" = stumm. Da ihre Schwanzrassel verkümmert ist, gibt sie, ganz im Gegensatz zu den Lachesis-Patienten, kein Geräusch von sich. Lachesis ist im südlichen Mittelamerika bis nördlichen Südamerika und Küstengebieten, sowie in Costa Rica, abseits der Zivilisation, zu Hause. Sie lebt dort am Boden der Tieflandregenwälder. Sie gilt in diesen Regionen als giftigste Schlange und ist mit ihrer Länge von bis zu 3,5m auch der größte Vertreter der Grubenottern. Sie ist gelblich braun und trägt ein dunkelbraunes Rhombenmuster, besitzt außergewöhnlich lange Giftzähne und produziert große Mengen ihres Giftes. Die Buschmeisterschlange gilt als träge und fällt ihre Beute aus dem Hinterhalt an, so dass sie durch das Daliegen und Warten Energie spart und nur alle zwei bis drei Wochen Futter braucht.7,10 3.2 Toxikologie Wie oben angeführt gehört Lachesis zu den Crotaliden, die Hauptwirkungsrichtung ihres Giftes besteht deshalb in der Hämotoxizität. Das Gift der Buschmeisterschlange beinhaltet verschiedene Toxine in prozentual unterschiedlichen Mengenanteilen. Unter anderem finden sich hier : Hämaglutinine, Hämolysine, Koaguline und Antikoaguline, Hämorrhagin, Neurotoxin, Phospholipasen und Protenasen. Allgemein liegt der Schwerpunkt der Wirkungsweise des Giftes der Buschmeisterschlange in einem hämolytischen Charakter mit entzündlichen Erscheinungen und Störungen der Blutgerinnung, welche sich schnell über den gesamten Organismus ausbreiten. Es wurde aber auch teilweise noch nach ein bis sechs Stunden das Auftreten von Symptomen beobachtet. Die Beschwerden nach dem Biss beginnen mit einem Bissschmerz, lokal bildet sich bald eine zunehmende Schwellung. Hier treten in Folge kleine fleckförmige Einblutungen auf, welche später nekrotisch werden. Hinzu kommt eine schmerzhafte Lymphknotenschwellung. Eine Eiterung der Bisswunde bleibt aufgrund mangelnder Leukozytenreaktion aus. Durch die Wirkung der Toxine auf das Nervensystem können Bauchkrämpfe, Erbrechen und häufig blutige Durchfälle auftreten, begleitet von Schweißausbrüchen, Bradykardie und Hypotonie. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Verbrauchskoagulopathie, hämolytischen Prozessen, örtlicher Stase mit zyanotischer Verfärbung und zu einem Ikterus auf Grund der Blutzersetzung. Das hat zur Folge, dass sich Thrombosen und Embolien bilden, woran das Opfer letztlich verstirbt. 9,11 3.3 Leitsymptome Die Leitsymptome von Lachesis werden von Clarke in "vier Hauptcharakteristika" unterteilt. Als erstes Hauptcharakteristikum nennt er die Verschlechterung durch Schlaf, er beschreibt Lachesis als sich in die Verschlimmerung hineinschlafend, wobei er anmerkt, dass sich der Höhepunkt der Verschlimmerung in der Nacht und am Morgen nach dem Erwachen zeigt. Stauffer erweitert dieses Symptom noch, indem er die Verschlechterung durch Schlaf auf "in der Ruhe" erweitert. Doch auch wenn eine Besserung nach Schlaf angegeben wird, hat dies laut Clarke nicht automatisch zur Folge, das Lachesis nicht angezeigt ist.12,13 Als zweiten Punkt gibt Clarke "Übermäßige Empfindlichkeit der Körperoberfläche, mit Intoleranz gegenüber Berührung oder Einschnüren" an. Lachesis entwickelt diese Intoleranz als Folge von Unbehagen. Stauffer und auch Mezger beschreiben dies als Gefühl der Beengung, besonders im Bezug auf die Hals - und Magenregion, wo Erstickungsgefühle auftreten und Druck belästigt und verschlimmert. Als nächsten Punkt wählt Clarke die "Linksseitigkeit und Ausbreitung von links nach rechts: Symptome beginnen auf der linken Seite und verbleiben dort oder gehen nach rechts über." Als letzten Punkt gibt er die "Besserung durch Einsetzen einer Absonderung" an. Alles wird besser, wenn bei Lachesis etwas in Fluss kommt, ob es ein Nasenkatarrh, die Regelblutungen, Auswurf oder Schweiße sind, und alles wird schlechter, wenn diese Absonderungen ausbleiben. Clarke erwähnt noch als Besonderheit bzgl. der Absonderungen, dass die Blutungen bei Lachesis "Flocken von zersetztem Blut" enthielten, und gibt den bildlichen Vergleich mit verkohltem Weizenstroh an. Mezger und Stauffer legen darüber hinaus Wert auf das Symptom der Geschwätzigkeit. Clarke erwähnt es auch, zählt es aber nicht zu den vier Hauptcharakteristika. Bei Mezger hingegen ist "Große geistige und seelische Erregung, die sich oft in endlosem Redestrom Luft macht" der erste Punkt. Stauffer beschreibt die Geschwätzigkeit von Lachesis als Erregungszustand, der sich bis in Delirien steigern kann.12,13 ,14 Im Gegensatz zu Buschmeisterschlange selbst ist der Lachesis-Patient also alles andere als stumm, sondern sehr kommunikativ. 3.4 Verhaltens- und Gemütssymptome Lachesis zeigt sich auf der geistigen und Gemütsebene janusköpfig mit zwei Gesichtern. Entweder befindet es sich in einem Zustand der Erregung, der sich durch Wohlbefinden, fröhliche Ausgelassenheit, eine starke Phantasie und eine gesteigerte Arbeitskraft auszeichnet, oder aber Lachesis wird in depressiven und melancholischen Stimmungen festgehalten. Der Zustand der Erregung zeichnet sich durch ein großes Mitteilungsbedürfnis aus, wobei es Schwierigkeiten hat bei einem Thema zu bleiben und nicht von einem Punkt zum anderen zu springen. Lachesis ist ehrgeizig und zeigt einen klaren und wachen Verstand.15,16 Schlägt die Stimmung aber ins Gegenteil um, so ist Lachesis leicht empfindlich und gereizt. Es wirkt mutlos und es zeichnet sich ein Mangel an Arbeitswillen ab, die Stimmung des Argwohns und der Eifersucht herrscht vor, welche sich bis in Wahnideen und Delirien steigern kann.15 "Überreizung" ist wohl das Schlagwort, welches Lachesis am besten beschreibt. Laut Vithoulkas ist Überreizung das Hauptproblem bei Lachesispatienten, denn solange Reize und Emotionen durch ein Ventil abgebaut werden können, ist der Patient gesund. Störungen treten nur dann auf, wenn etwas unterdrückt wird und sich aufstaut, wenn eine Kanalisierung verunmöglicht ist, wenn das Ventil fehlt.17 Setzt man Lachesis psychischem Druck aus, dann reagiert es mit Abwehr und Widerstand. Lachesis empfindet jede Einengung als unerträglich. Jeglicher Druck wird mit Sträuben oder Trotzreaktionen beantwortet, wobei hier keine ideologischen Gründe vorliegen. Lachesis versucht sich durch diese Strategie dem für sie unerträglichen Druck zu entziehen. Allerdings hält Lachesis sich dabei unter Kontrolle, macht keine Szenen. Diese Selbstbeherrschung jedoch erhöht den Druck auf Lachesis und führt zu der so typischen Konsequenz, der Überreizung. Lachesis hat im Arzneimittelbild "Irresein" und starken Bezug zum Klimakterium. Nicht zu vergessen ist, dass diese Patienten stets ein Ventil brauchen um eine Überreizung abzubauen oder um eine Spannung zu lösen. Ist dieses Ventil nicht vorhanden, kommt es zum Zusammenbruch, auf allen Ebenen. Die Störungen können körperlicher oder auch seelischer Natur sein, in Form von Unterdrückungen oder Verdrängungen. Das homöopathische Mittel Lachesis hilft hier beizustehen und zu harmonisieren. Bei Krankheit kehrt sich bei Lachesis vieles um, hier hat sich die Problematik schon in tiefere Schichten verlagert. Lachesis zieht sich zurück, wird verletzlich, apathisch, niedergeschlagen und auch hoffnungslos bis es zusammenbricht und sich den Tod wünscht, wobei es aber weiterhin andere hart kritisiert. Bei Lachesis-Patienten kann es dazu kommen, dass die Unterdrückung zu einer Steigerung der geistigen Fähigkeiten führt. Lachesis ist eher ein tiefgründiger Typ mit tiefen und zarten Gefühlen, aber auch einem scharfen Intellekt und einem hohen Maß an Intuition. Die gesunde Lachesis kann in zwei Formen in Erscheinung treten, als extrovertierter Typ, der im allgemeinen eher genießerisch und sinnlich veranlagt ist, oder als introvertierter Typ, der eher philosophisch und künstlerisch veranlagt ist. Beide Typen neigen dazu leidenschaftlich zu sein und sich selbst fast krankhaft zu überschätzen. Beide werden aber kaum diejenigen sein, die sich durch ihre Geschwätzigkeit auszeichnen. Der dritte Typus dagegen, die kranke Lachesis, wird in ihrer Anspannung versuchen, ihre Überreizung im Gespräch abzubauen. Sie weiß alles besser und wird versuchen alles an den Mann / Frau zu bringen, sobald sich dazu eine Chance bietet. Lachesis hat im Arzneimittelbild das Symptom "spuckt beim sprechen", es redet wie ein Stakkato, schnell und akzentuiert. Es zeigt in seiner Sprache viel Intelligenz, aber auch viel Sarkasmus, es spritzt mit giftigen Worten. Es hat eine Art "ruhender Wachsamkeit", als seien seine Nerven immer auf dem Sprung und bereit jederzeit zu reagieren. Somit kann man Lachesis Typen wohl als sehr gute Redner betrachten, aber als ebenso schlechte Zuhörer. Lachesis möchte anderen seine Meinung aufzwingen und wartet nicht ab bis sein Gesprächspartner zu Ende gesprochen hat, da sie glaubt, schon alles verstanden zu haben. Sie ist vom Redezwang geradezu besessen und redet unaufhörlich, sozusagen ohne Punkt und Komma. Die gespaltene Zunge der Schlange verführte schon Adam und Eva dazu vom Baum der Erkenntnis zu essen. Die überzeugende Paradiesschlange zeichnet sich hier durch eine große Redegewandtheit aus. Lachesis hat drei charakteristische Ängste. Erstens Angst vor Schlangen, die sich extrem und stark einstellt, manchmal sogar beim Gedanken an Schlangen. Lachesis hat dann starkes Herzklopfen, was zur zweiten Angst führt, nämlich der, dass das Herz stehen bleibt. Die dritte typische Angst ist die Angst zu ersticken, was auch die Unverträglichkeiten der Enge am Hals erklärt. Das Bild von Lachesis ist nicht nur geprägt von Misstrauen, sondern auch von Argwohn. Lachesis-Patienten werden immer mehr ihr Gegenüber hinterfragen und fühlen sich dann oft diskriminiert. Lachesis folgert, dass die Welt ein gefährlicher Platz ist, wird dadurch unsicher und ihre Phantasie wird ihr ärgster Feind. Allerdings wird ein solcher Patient dies für sich behalten und daraus entwickelt sich ein wahrer Teufelskreis. Es fühlt sich mehr und mehr bedroht und so kommt es zu immer wahnwitzigeren Ideen. Die Gedanken verwirren und können im Wahn enden. Jetzt beginnt Lachesis viele Dinge, beendet aber nichts davon. Der Verlust der für Lachesis so wichtigen Kontrolle entgleitet, es wird sich psychisch eingeengt fühlen, dadurch wird seine Reizbarkeit gesteigert und es findet sich kein Ventil. Es kommt, wie schon erwähnt zum Zusammenbruch.29 30 31 32 Für eine ausführliche Darstellung der einzelnen Symptome sei auf die im Literaturverzeichnis angegebenen Arzneimittellehren verwiesen. Die Symptome von Lachesis im Kopfbereich sind ausschließlich auf Schmerz bezogen. Kopfschmerz tritt wohl in jeder erdenklichen Form auf, wobei auch hier ein Schwerpunkt auf die Linksseitigkeit gelegt wird. Der Kopf ist heiß und die Extremitäten sind kalt. Die Qualität der Kopfschmerzen wird als scharf, stechend, klopfend, hämmernd 17,18usw. beschrieben, mit Blässe des Gesichtes und einsetzender Übelkeit und Erbrechen.19 Stauffer gibt eine Periodizität an, die "manchmal alle zehn Tage" wiederkehrt. Verschlimmerung der Schmerzen treten ein bei Hitze , durch Sonne, im Frühling, durch Schlaf und eine Verbesserung zeigt sich durch frische Luft und Einsetzen von Absonderungen.18 Die Empfindlichkeit des Halses ist bei Lachesis legendär und so ist es nicht verwunderlich, dass es eines der wichtigsten Mittel bei Hals - und Rachenerkrankungen ist.20 Die Hustensymptomatik ist vielfältig und reicht bis hin zu Erstickungsgefühlen. Lachesis zeigt bei schmerzhaften Entzündungen im Hals Kloßgefühle, welche sich beim Schlucken von fester Nahrung bessern, um danach sofort wiederzukehren. Dieses Kloßgefühl beengt den Hals ähnlich einer Schlange, die ihre Beute im Ganzen verschlingt. Es kommt auch zu Erstickungsgefühlen, just wenn Lachesis im Begriff einzuschlafen ist, denn dann stockt der Atem und sie wird ruckartig wach.17 20 Dieses Symptom kann bei Lachesis aber auch auf eine Herzsymptomatik hinweisen, wenn sie erwacht, weil sie das Gefühl hat, das Herz werde zusammengeschnürt. Dann ist sie nicht mehr in der Lage sich hinzulegen, leidet unter der Angst vor einem neuen Anfall mit Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Schwindel. Beklemmungen sind so stark, dass Lachesis keinerlei Berührung mehr erträgt. Es kommt zu Hitzewallungen, die sich bessern, wenn sie sich in Schweiße äußern können. Sie können sich aber auch mit Frostschauern abwechseln, mit kaltem Schweiß und rotem Gesicht. Der Puls ist dann unregelmäßig, schwach und mitunter auch unfühlbar. Eine Steigerung mit Neigung zur Zyanose und Ohnmacht ist möglich.17,21,22 16 Lachesis-Symptome des Verdauungstraktes betreffen alle Abschnitte. Lachesis hat Probleme mit dem Zahnfleisch, welches geschwollen ist und leicht blutet und dabei die typische bläulich - rote Verfärbung zeigt. Im Mund kann es zu apthösen, ulcerierenden Veränderungen kommen. Die Speiseröhre neigt zu Verkrampfungen, welche dann das schon erwähnte Kloßgefühl im Hals hervorrufen. Die Magengegend ist sehr empfindlich gegen Druck und Berührung, so dass schon die Kleidung als unerträglich empfunden wird. Lachesis zeigt auch Probleme mit dem Darm, es kann viel Meteorismus haben, ein Abgang der Blähungen bessert. Außerdem sind blutig-schleimige Diarrhoen sowie Obstipation beschrieben. Stauffer beschreibt Diarrhoen bei akuten Leiden; die Obstipationen setzt er in Zusammenhang mit chronischen Fällen. Auch zeigen sich Blutungen des Darms, welche dann wie verkohlt aussehen. Krämpfe der Aftergegend und klopfende, brennende Hämorrhoiden, die leicht bluten, sind ebenfalls im Arzneimittelbild beschrieben.24 20 Die Symptome der Geschlechtsorgane sind bei den Geschlechtern unterschiedlich. Die Männer zeigen ein vermehrtes geschlechtliches Bedürfnis, besonders am Morgen nach dem Erwachen, oder aber sie zeigen das genaue Gegenteil, einen Mangel an Libido. Bei Frauen ist Lachesis als homöopathisches Mittel unentbehrlich, denn es ist sehr vielseitig einsetzbar. Die Druckempfindlichkeit tritt auch hier hervor, bei Beschwerden vor und während der Menstruation in Form von Krämpfen, Dysmenorrhoe usw. stellt es eine wertvolle Hilfe dar und auch zu Zeiten des Klimakteriums ist es nicht zu verachten.25 24 Die Menstruation ist ein wichtiger Faktor, denn alles wird vor der Menses schlechter oder wenn sie aussetzt, alles wird jedoch besser wenn sie fließt. Die Psyche wird ebenso vor der Menses beeinflusst - Lachesis wird tyrannisch, extrem arbeitswütig, bekommt Brustschmerzen, Kopfschmerzen und manches mehr. Durch die Anregung des Blutkreislaufes entsteht bei Lachesis gesteigertes sexuelles Verlangen, das oft in Selbstbefriedigung endet. So wirkt es gut auf Patienten, die nach dem Orgasmus müde, abgeschlafft, apathisch und gleichgültig sind, aber auch bei sexueller Übererregung. Lachesis als Arzneimittel wirkt hier harmonisierend. Wird der Trieb unterdrückt kommt es laut Vithoulkas dazu, dass sich die Blutgefäße verengen und somit weniger Abfallstoffe ausgeschieden werden. Es folgt wieder die so typische Überreizung, die dazu führen kann, dass die Nieren ihren Dienst versagen und es zur Nierenkolik und Steinbildung kommt. Ich möchte noch erwähnen, das Lachesis einen starken Bezug zu bösartigen Erkrankungen des weiblichen Genitalsystems, insbesondere des Unterleibes und der Brüste hat. Hier liegt die Vermutung nahe, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass Lachesis in diesem Fall den ihr zugeschriebenen ausgeprägten Sexualtrieb unterdrückt hat. Die Grundtendenz der Symptome der Extremitäten in Bezug auf das Nervensystem ist Lähmung mit großer Berührungsempfindlichkeit und Kältegefühl. Die Lähmungen können einen schleichenden Verlauf mit zittriger Schwäche und Taubheitsgefühlen annehmen. Wiederum wird hier auf eine Linksseitigkeit verwiesen , wobei es hier jedoch eine Ausnahme gibt, die Ischalgie, welche rechtsseitig auftritt.24 26 Als letztes möchte ich noch die Fiebersymptome bei Lachesis ansprechen. Es kommt zu Frostschauern mit Schüttelfrost und Fieberschüben, die ohne Schweißbildung einhergehen und von großer Unruhe begleitet sind. Lachesis hat ein heißes Gesicht und kalte Füße. Charakteristisch ist die trockene Erdbeerzunge. Eine Besserung des Zustandes zeigt sich erst, wenn die Schweißbildung bei Lachesis einsetzt.27 28 Der Rhythmuswechsel des Kreislaufs scheint für die Buschmeisterschlange eine ebenso wichtige Rolle zu spielen. Lachesis schläft sich in die Verschlimmerung hinein und somit schläft es nicht gerne. Während des Einschlafens kann der Patient angstvoll aufwachen, mit dem Gefühl etwas raube seinen Atem und er würde ersticken. Alles was durch den Schlaf ausgelöst wird, deutet auf Lachesis - Kopfschmerz, Herzschmerz oder auch Depressionen. Im Yoga wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das untere Chakra, das Kundalinichakra, welches in Form der Schlange symbolisiert wird, nicht plötzlich und unerwartet, sondern gezielt und beschützt erwachen soll, da es ansonsten böse Folgen haben kann. Auch der Wechsel der Jahreszeiten findet bei Lachesis ähnlichen Widerhall wie der Schlaf. Schlechter geht es dem Patienten beim Wechsel vom Sommer in den Herbst, vom Winter in den Frühling, von kaltem zu mildem oder aber auch von trockenem zu feuchtem Wetter. Auf der anderen Seite braucht er viel frische Luft. Heiße Anwendungen verschlechtern das Befinden. Somit finden Verschlimmerungen bei Lachesis immer dann statt, wenn sich die Zirkulation einem raschen Wechsel unterziehen muss. Schlafen - erwachen, plötzliche Erwärmung, rascher Wechsel von Kälte und Hitze, oder ein heißes Bad und vor Beginn der Menses. Das Organ, an welchem die Beschwerden auftreten, ist das Herz. Der Patient vermeidet die Links Seitenlage, der Druck in der Herzgegend bereitet ihm Sorgen, Herzklopfen und Ohnmachtsanfälle stellen sich ein. 3.6 Vergleichsmittel und Inkompatibilitäten Bei den Vergleichsmitteln und Inkompatibilitäten möchte ich ebenfalls auf die einschlägigen Arzneimittellehren verweisen, die im Literaturverzeichnis angegeben sind. Es ist ein ganz zentraler Punkt bei Lachesis, dass es keinerlei Druck und Einengung verträgt, weder im körperlichen noch im übertragenen Sinne. Das Gefühl von Bedrängtheit, sowie Hindernisse bei der Kommunikation empfindet es als unerträglich. Lachesis - Patienten vertragen keinen Druck, egal ob körperlicher oder psychischer Natur. Sie erwidern Druck mit Gegendruck, wobei sie sich sehr gut unter Kontrolle haben. Man muss deshalb durchaus mit Reaktionen aus dem Hinterhalt rechnen. Lachesis - Patienten haben Schwierigkeiten, sich Veränderungen ihrer Umwelt anzupassen, sei dies der nun Wechsel der Jahreszeiten oder der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Typisch ist das auch körperlich empfundene Gefühl der Einengung Das fehlende Ventil im psychischen Bereich spiegelt sich in ausbleibenden körperlichen Absonderungen. Die hauptsächlich hämotoxische Wirkungsrichtung von Lachesis schlägt sich in den physiologischen Kreisläufen, in Kopfschmerzen, Herzsymptomatiken, Verdauungsbeschwerden, Menstruationsproblemen nieder. Die neurotoxischen Eigenschaften der Schlangengifte finden sich in den Lähmungen, insbesondere der Extremitäten, wieder. Besonders zu beachten sind die Verschlimmerung durch Schlaf , der starke Bezug zur linken Körperhälfte (exklusive Ischialgie) und der starke Bezug zu den Genitalorganen. Wenn krankes Lachesis aus seiner Verstrickung in Ängste, Misstrauen, Hass befreit wird, dann kann gesundes Lachesis seine hohen intellektuellen, intuitiven und kommunikativen Fähigkeiten zielstrebig einsetzen, um im Einklang mit seiner Umwelt und der Realität zu leben. Lachesis als Arzneimittel stellt bei Verleugnung der inneren Wahrheit, bei Verlustängsten eine gute Hilfe dar. Es hilft, die Veränderungen im Leben anzunehmen, indem es dem Patienten die schlangengleiche Häutung der Seele ermöglicht, den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt erleichtert, indem es ihn sich selbst erkennen lässt. Naja stellt sich in den meisten Repertorien und Arzneimittelbildern als kleines, spezifisches Mittel dar. Es hat zwar große Erfolge vorzuweisen, aber seine Wirksamkeit wird mit Sicherheit unterschätzt und es hält für uns noch viele Überraschungen parat, wenn es weiter und intensiver geprüft würde. 4.1 Allgemeine Informationen Das Gift der Kobra ist ein Schlangengift, welches bei der Zuordnung einige Verwirrung hervorruft, denn Kobras kommt in vielen Teilen der Erde in verschiedenen Spezies vor. Für das homöopathische Mittel ist es die Kobra aus Ostindien und China, welche das Gift für die Medikamente liefert. Sie hat einige Synonyme , wie Naja tripudians, Naja naja, Brillenschlange, Hutschlange, Schildotter, Chinese naja, Naja naja naja, Brillenkobra oder auch Chinese cobra.33 Naja tripudians gehört zu der Familie der Elapiden, wie Korallenschlangen und Taipane. Entsprechend ist die Hauptwirkungsrichtung ihres Giftes, wie eingangs beschrieben, neurotoxisch. Naja tripudians ist weit verbreitet und zählt zu den stark giftigen und sehr gefährlichen Schlangen, wobei sie eine der wenigen Kobras ist, die ihr Gift nicht aus ihren Zähnen spritzen. Sie wird bis zu 2,6 m lang und hält sich gerne in der Nähe von menschlichen Behausungen auf. Sie geht in der Dunkelheit auf Beutefang, daher erfolgen die meisten Kobrabisse in der Nacht. Wenn sich die Kobra bedroht fühlt, hebt sie den Vorderkörper und spreizt die lose Haut im Nacken wie eine Haube, welche bis zu 15 cm Breite erreichen kann. Die Brillenschlange lebt oft in Dörfern oder am Rande von Städten in Erdlöchern, wo es von Ratten und Kröten nur so wimmelt, von welchen sie sich ernährt. Naja bedeutet so viel wie "Weiser" und tripudians "den Kampf tanzend". Kobras sind die einzigen Schlangen, die von Schlangenbeschwörern gefangen werden, um mit ihnen zu "tanzen". Dies stellt vor allem in Indien immer noch eine Touristenattraktion dar. Die Kobras richten sich scheinbar in Folge der Musik aus ihren Körben auf. Schlangen können jedoch nicht hören, auch die Kobra folgt nur den Bewegungen der Schlangenbeschwörer, die diese mit der Flöte vollführen.34 35 Es gibt in Indien zahlreiche Abbildungen mit Schlangen und speziell mit Kobras, vor allem als Symbol der Sexualität und der Sinnlichkeit. Dementsprechend vielfältig ist auch die Mythologie. Indiens Schakti, die Göttin der Fruchtbarkeit, ist die weibliche Kraft Schiwas, welche sich in Form einer Schlange um seinen Phallus schlingt. Sie wird von kinderlosen Ehepaaren angerufen.36 Eine indische Legende beschreibt, wie Buddha einst durch die Wüste zog und in der heißen Sonne eingeschlief. Als er erwachte, befand er sich zu seiner Überraschung im Schatten einer Kobra, die ihn schützte, indem sie ihren Nacken weit spreizte. Buddha soll daraufhin die Kobra gesegnet und ihr zwei Finger auf den Hals gelegt haben. Seitdem zieren seine Fingerabdrücke die Kobra, in Form einer Brille zum Zeichen seines Dankes.37 Das Gift der Kobra besteht zum größten Teil aus Neurotoxinen, welche vor allem eine lähmende Wirkung auf den Nervus vagus besitzen. Die Neurotoxine wirken postsynaptisch an der Muskelendplatte durch Bindung an den Acetylcholinrezeptor. Präsynaptisch wirkende Toxine sind ebenfalls vorhanden und hemmen die Acetylcholinfreisetzung. Das Opfer stirbt an einer Atemlähmung, die bei vollem Bewusstsein eintritt. Des weiteren finden sich noch Anteile eines Cardiotoxins, die für die starke Wirkung auf das Herz verantwortlich sind. Hämolytische Substanzen sind ebenfalls nachweisbar.33 Nach einem Biss von Naja zeigen sich an der Bissstelle kleine Stichwunden mit kleinen Ödemen, die innerhalb der ersten zwei Stunden auftreten. Es besteht ein scharfer, brennender Schmerz und es bildet sich ein kleines Hämatom, welches sich mit der Zeit dunkel oder purpurrot verfärbt. Auch die Umgebung ist nach kurzer Zeit mit kleinen bläulichen Flecken übersät, aus denen sich später Nekrosen bilden, die manchmal sogar die Sehnen freilegen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Parästhesien um den Mund und die Lippen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Benommenheit sowie Bewusstlosigkeit. Der ganze Körper weist nach Minuten lokale, und nach Stunden bis zu einem Tag generalisierte motorische Lähmungen auf, die etwa vier Tage anhalten. Wie schon erwähnt tritt der Tod durch Atemlähmung ein. Es wurden keine stärkeren Gerinnungsstörungen beobachtet, sondern nur eine leichte Hämolyse. Das besondere bei Naja ist das Cardiotoxin, welches dazu führt, dass es zu Schweißausbrüchen, erhöhter Herzfrequenz und zu einer Hypotonie kommt. Es sind Fälle beschrieben, wo sich spontan über einen Zeitraum von Tagen bis Wochen die lokalen Lähmungserscheinungen zurückgebildet haben. 36 33 4.3 Leitsymptome Die Wirkungsweise von Naja ähnelt denen anderer Schlangengifte, wobei die Symptome mit Bezug auf das nervöse Geschehen eines Organismus deutlicher hervortreten als jene mit Bezug zu hämorrhagischen oder infektiösen Vorgängen.38 Herzbeschwerden mit Schmerzen und Herzklopfen sowie Kollapszuständen mit Beengungsgefühlen werden als ein Hauptcharakteristika beschrieben.39 Stauffer beschreibt sie als akuten Zustand, der von Zittern und Kälte begleitet wird, wohingegen Lathoud den Einsatz des Mittels sowohl bei akuten, rheumatischen als auch bei chronischen Herzbeschwerden empfiehlt.40 38 Außerdem zeigt Naja bei bestehenden chronischen Herzklappenfehlern einen trockenen, abgehackten Husten, der sich bei der kleinsten Belastung verschlimmert. Naja hat auch eine starke Beziehung zum Hals, wo das Gefühl des Zusammenschnürens und der Beengung vorherrscht. Clarke beschreibt in seiner Materia Medica ein Gefühl der Schwellung des Halses mit Würgereiz, der auf die Reizung des N. glossopharyngeus zurückzuführen ist. Dieser Würgereiz ist wohl Auslöser dafür, dass sich Naja so häufig an den Hals greift. Verschlimmerungen setzen bei Naja ein durch Schlaf, morgens nach dem Erwachen, durch Reizmittel wie zum Beispiel Tabak und durch Bewegung, wobei diese an der frischen Luft Besserung bringt. Causa der Beschwerden ist Kummer.39 40 41 4.4 Verhaltens- und Gemütssymptome Die vorherrschende Stimmung bei Naja kann man als melancholisch beschreiben. Naja wirkt unentschlossen und zeigt ständig eine trübe Stimmung, die sich von Depression bis in suizidale Gedanken steigern kann. Naja bildet sich Leiden ein und verstrickt sich in seinen eigenen Gedanken, wobei es sich wohl bewusst ist, welche Problematik sich bei ihm eingestellt hat, es ist aber geistig zu träge, um sich aus dieser Situation zu befreien. Dieser Zustand beschert Naja wiederum Sorgen und es stellt sich ein Kreislauf ein, aus dem es sich nicht befreien kann. Die Kraftlosigkeit überwiegt und es hat Angst, allein gelassen zu werden.38, 39 42 Es wirkt unglücklich, vergesslich und geistesabwesend, als wäre es in seinen eigenen Gedanken gefangen. Dies verbessert sich gegen Abend, aber es besteht weiterhin Unentschlossenheit, die sich körperlich in Kopfschmerzen oder Schmerzen der Genitalorgane äußern kann. Diese Unentschlossenheit führt dazu, dass Naja sich nicht für eine Seite entscheiden kann, daraus folgt mentale Ruhelosigkeit.43 Erinnern wir uns an das Leitsymptom Kummer als Causa für Najas Erkrankungen. Die Redensart, "es geht mir ans Herz" scheint hier der Schlüssel zu sein. Wenn Naja etwas ans Herz geht, dann ist es eine Folge von Erlebnissen, mit denen es sich nicht damit auseinandergesetzt hat. Alles scheint die Folge von nicht verarbeiteten Erlebnissen zu sein. Naja entspricht Menschen, die eher introvertiert sind, in sich gefangen und grüblerisch veranlagt. Das Herz als Organ welches bei Nicht Verarbeitung erkrankt deutet darauf hin, dass das Urteilsvermögen, die innere Harmonie, gestört ist. Das Gleichgewicht, welches dem Menschen ermöglicht, zwischen männlich und weiblich, zwischen oben und unten, waagerecht und senkrecht zu unterscheiden und etwas für positiv oder als negativ anzusehen. Wird dieses Urteilvermögen gestört, so erkrankt das Herz. Somit ist bei Naja der Kummer die Ursache für Ungleichgewicht der inneren Harmonie. Das Herz symbolisiert in unserer Gesellschaft die Kraft, die das Leben vorantreibt, welche es erst ermöglicht. Als zentrales Organ hat es Einfluss auf alle anderen organischen Abläufe und entscheidet somit im Ernstfall über Leben und Tod. Das Herz schlägt rhythmisch und vollführt jeden Tag Höchstleistungen. Es lässt sich bis zu einem gewissen Grade auch beeinflussen. Bei Angst und Aufregung schlägt es schneller, in den Zeiten der Trauer überkommt es das Gefühl des Schmerzes, es möchte vor Glück zerspringen oder es wird auf Herz und Nieren geprüft. Wenn sich bei Naja all diese Redensarten bewahrheiten, dann werden wir bei eventuellen weiteren Arzneimittelprüfungen ein sehr großes und interessantes Mittel kennenlernen. Der Kummer frisst sich bei Naja ins Herz, so dass es melancholisch, niedergeschlagen und schweigsam wird. Dies kann sich fortsetzen bis hin zu depressiven, trüben Stimmungen und Selbstmordgedanken. Diesbezüglich wird Naja oft mit Aurum verglichen, wobei Aurum noch stärker das Verlangen hat, sich selbst zu zerstören oder sich in den Suizid zu begeben. Der Vergleich mit Aurum ist aber sehr interessant, denn Gold ist das Symbol der Sonne und Schlangen galten als Tiere der Sonnengötter. So wie sich der Kummer ins Herz frisst, so zieht sich Naja mehr und mehr in sich zurück. Der Kummer, die Sorgen und Ängste dieser Menschen werden nicht nach außen getragen. Alles muss Naja mit sich selbst austragen, wobei gerade dies für Naja eine große Belastung ist. Es kann sich nicht öffnen, es grübelt ständig über eingebildete Probleme, bekommt eine Abneigung zu reden und verfällt somit immer mehr in einen zerstörerischen Kreislauf. Kann sich Naja aus diesem Strudel nicht befreien, so herrscht Depression vor, es trübt sich der Intellekt, es schläft mit vielen schweren, lebhaften Träumen und bekommt eine verwaschene Sprache. Naja hat sich in sich selbst eingeschlossen und läuft Gefahr in seinem eigenen Labyrinth verschollen zu gehen. Ein anderer wertvoller Aspekt bei Naja sind die Träume. Naja verarbeitet in seinem Schlaf, der als "narkoseähnlich" beschrieben wird, sowie in seinen Träumen, die Erlebnisse des vergangenen Tages und beschäftigt sich in ihnen mit der Zukunft. Es träumt von spitznasigen hundeähnlichen Tieren, welche als Symbol für den Erzfeind der Schlangen, den Mungo, stehen können. Sich mit ihm zu beschäftigen oder sich auf ihn einzulassen, könnte für Naja den Tod bedeuten. Weiterhin werden Träume über Sexualität beschrieben, die ohne jegliche Erotik sind oder welche, wo nichts Bestand hat. Alles ist einem stetigen Wechsel unterzogen. Diese Beschreibung der Träume kann noch lange weitergeführt werden, aber ich glaube die Anschaulichkeit über die Verarbeitung ist hier zu genüge ausgeführt. Naja versucht über die Verarbeitung in seinen Träumen seine Realität und Wahrheit zu finden, wobei es sich jedoch immer weiter von der Realität entfernt. Verknüpft sich Traum und Realität, als "neue" Realität, dann ist Naja in ihrem eigenen Traum-Realität-Labyrinth gefangen und es wird fraglich, ob es seinen Zustand noch ändern kann und zu ihrem wirklichen, echten Leben zurückfindet, oder in ihrer Traumwelt gefangen bleibt. Die Realität dieser Welt unterliegt einem Wertesystem, dem sich Naja so entzieht und sich ihre eigene Welt in Träumen zusammenflicht.30 50 52 53 51 4.5 Kurzer Symptomüberblick im Kopf-zu-Fuß-Schema Die Kopfsymptome bei Naja beziehen sich fast ausschließlich auf Schmerzempfindungen. Der Kopfschmerz tritt vorwiegend auf der linken Seite auf und zieht sich, ausgehend von Schläfe und Stirn, oder dem Auge zum Hinterkopf und wird laut Lathoud von einem schnellen, nervösen Puls begleitet. Die Qualität wird als stechend und klopfend beschrieben und geht mit Übelkeit und Erbrechen einher. Der Kopfschmerz zeigt laut Clarke eine Periodizität. Er tritt vornehmlich morgens bei Erwachen und abends auf. Nach dem Verzehr einer Birne stellt sich der Schmerz gegen 21 Uhr ein und außerdem treten Kopfschmerzen auf, wenn die Menstruation beendet ist. 38,43 Bei Naja besteht eine ausgesprochene Trockenheit von Hals und Rachen, welche ein Kloßgefühl hervorruft. Durch dieses Gefühl kann es nicht schlucken und es bildet sich viel Schleim. Ebenso zeigt sich ein Gefühl des Zusammengeschnürtseins und dadurch wird ein Würgereiz ausgelöst, der Naja immer wieder dazu veranlasst, sich nach dem Hals zu greifen. Bei Erkrankungen des Rachens zeigt sich dieser dunkelrot gefärbt, wobei sich dies am Morgen deutlich auf der linken Seite zeigt und das Schlucken sehr schmerzhaft ist.44 Die Atmungsorgane weisen ebenfalls eine große Trockenheit auf. Es kann zu einem trockenem Reizhusten kommen. Auch hier wird wieder die Enge des Halses beschrieben, welche zur Folge hat, dass Kurzatmigkeit bis hin zu Erstickungsanfällen, vor allem aus dem Schlaf heraus, auftritt. Die Atmung ist verlangsamt und oberflächlich oder mühsam und erschwert. Der Husten kommt in kurzen Abständen und es zeigen sich stechende Beschwerden, wenn tief eingeatmet wird. Morgens nach dem Erwachen zeigen sich zäher weißlicher Schleim als Auswurf. Auch kann sich ein kurzer Husten zeigen, der sich jede Minute wiederholt und um 16 Uhr auftritt, oder er ist trocken bis hin zum Abhusten von Blut, welches nicht gerinnt. Auch die Nase macht Naja Probleme. Es niest häufig mit reichlich Sekret und es hat Schwierigkeiten nachts Luft zu bekommen.42 45 46 Bei den Herzsymptomen steht Naja an vorderster Front. Naja hat starkes Herzklopfen, das man hören und fühlen kann, wobei der Puls eher schwach, schnell und kaum fühlbar ist, oder aber voll und kräftig, nur um kurz darauf wieder den Rhythmus und die Intensität zu verändern. Kommt es zu einem Kollaps, so sind die Glieder kalt und es muss husten. Es empfindet große Kälte und zittert. Im Verlauf kommt es zu heftigen Herzschmerzen, die in den linken Arm, Schulter und Nacken ausstrahlen. Jegliche Bewegung verschlimmert die Symptomatik. Das Gefühl des Zusammenschnürens des Herzens tritt ein und der Patient bekommt Todesängste mit einem dumpfen Schmerz oder Hitzegefühl zwischen den Schulterblättern. Dieser Zustand hält laut Mezger eine halbe Stunde an und kann von einem Kopfschmerz begleitet werden, der von Stirn und Hinterkopf ausgeht. Eine Verschlechterung des Zustandes tritt ein, wenn sich Naja niederlegt, in der Linksseitenlage, beim Erwachen oder bei jeglicher Anstrengung.47 42 38 46 Naja hat im Verdauungstrakt die schon erwähnten Schluckbeschwerden, auch wegen der Neigung zu Ösophagusspasmen. Es hat Druck im Magen mit Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen. Im abdominalen Bereich klagt es oft über schneidende Schmerzen mit vielen Blähungen, die Koliken auslösen können. Diese Schmerzen können zum Herzen ausstrahlen und verursachen dann die schon erwähnten Beengungsgefühle. Naja kann sowohl Beschwerden in Form von Diarrhoen als auch Obstipation haben. Die Diarrhoen zeichnen sich durch plötzliches Auftreten aus und können grünliches, tonfarbendes oder schleimiges Aussehen haben, sie gehen mit Schmerzen einher. Es können zwei Tage ohne Stuhlgang folgen, wobei der nächste Stuhlgang sowohl hart als auch breiig sein kann, aber in jedem Fall wieder von Schmerzen begleitet wird.44 47 Die Geschlechtsorgane sind gereizt, es besteht großes sexuelles Verlangen, aber die körperliche Kraft fehlt und es besteht Niedergeschlagenheit. Bei der weiblichen Naja kann es zu Schmerzen im linken Eierstock kommen, die krampfartig sind, zum Herzen ausstrahlen und von Husten begleitet werden können. Nach der Geburt kann eine hohe Milchsekretion bestehen, welche nach einigen Tagen nur noch spärlich vorhanden ist.44 47 42 Die Extremitäten können bei Naja eine plötzliche Schwäche und Kraftlosigkeit aufweisen mit begleitenden Schmerzen aller Gliedmaßenbereiche. Krampfartige oder auch kribbelnde Taubheitsgefühle können auftreten, die teilweise mit einem schwankenden Gang einhergehen.48 Die Fiebersymptomatik bei Naja kann sich sowohl im Hitzestadium äußern, wo es reichlich schwitzt, aber Wasser ablehnt und unter Erschöpfung und Unbehagen leidet mit trockenem und empfindlichen, heißen Mund. Der Schweiß überzieht den gesamten Körper und ist kalt und klebrig. Oder aber es stellt sich ein Froststadium ein, wobei allerdings eine brennende Hitze im Gesicht besteht. Diese Fieberstadien können sich auch abwechseln. 4.6 Vergleichsmittel und Inkompatibilitäten Ebenso wie bei Lachesis möchte ich sie hier auf die einschlägigen Arzneimittellehren verweisen, welche im Literaturverzeichnis angegeben sind. 4.7 Naja als Patient In den Repertorien löst der Kummer als Kausa alle Symptome aus, die dort im nachfolgenden beschrieben werden. Vor allem die Herzbeschwerden, jeglicher Art, werden dadurch ausgelöst. Naja reagiert auf die Realität, die ihm Kummer bereitet, mit Flucht. Es flieht in Träume, es kann sich nicht mitteilen, es nimmt keinen Einfluss auf die Realität. Herzsymptomatiken, aber auch Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Trockenheit in den Atmungsorganen treten auf. Trotz hohem sexuellen Verlangen kann dieses aufgrund von Schwäche und Niedergeschlagenheit nicht ausgelebt werden. Naja tritt nicht mit seiner Umwelt in Interaktion oder Kommunikation, sondern richtet seinen Kummer gegen sich selbst, bis hin zu Depressionen und Suizidgedanken.
In der homöopathischen Anwendung zeigen alle Schlangengifte eine Steigerung der Abwehr. Lachesis ist als "das" Sepsismittel schlechthin bekannt und findet bei sämtlichen Infektionen Anwendung. Eine Entzündung der Rachenmandeln, Druse beim Pferd, infektiöse Durchfälle bei Kälbern, Nachgeburtsverhaltungen, Virusinfektionen oder es wird auch postoperativ eingesetzt, wenn die Gefahr einer Infektion besteht. Naja richtet seine Hauptwirkung auf das Herz aus. Hier kommt es sowohl bei akuten, wie auch chronischen Krankheiten zum Einsatz. Angina pectoris, Herz - Asthma, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Endocarditis, Myocarditis und Klappenfehler sind nur einige Beispiele. Ebenso groß ist der Bezug zum Kreislauf, im Besonderen zum Blutdruck. Seine Einsatzgebiete sind hier die Hypotonie und auch die Hypertonie. Lachesis hat ebenfalls gute Erfolge bei Herzerkrankungen aufzuweisen, allerdings wirkt es laut Stauffer besser bei akuten und Naja eher bei chronischen Krankheiten.54 47 55 Die Linksseitigkeit haben beide Mittel, ebenso das Gefühl des beengten Halses und die Schluckbeschwerden, wobei Lachesis keinerlei Einengung und Druck verträgt und Naja sich ständig an den Hals greift.56 Eine Entzündung der Rachenmandeln ist für beide Mittel eine Indikation. Die Schmerzen, die beide Mittel haben, ähneln sich, wobei Naja dabei immer einen Bezug zum Herzen aufweist, Kopfschmerz bei Herzleiden, oder mit Ausstrahlung in die Herzregion. Die Geschwätzigkeit von Lachesis tritt bei Naja nicht auf, diese ist eher grüblerisch in sich zurückgezogen und schweigt.57 Bezüglich ihrer Persönlichkeiten ähneln sich beide Mittel nur darin, dass sie an ihrer Umwelt leiden - ihre Reaktionen darauf sind grundverschieden, erhöhen jedoch gleichermaßen langfristig ihren Leidensdruck. Jede der beiden Schlangen hat ihren eigene Strategie, auf eine als unbefriedigend empfundene Umwelt zu reagieren. Lachesis setzt ihre kommunikativen Fähigkeiten manipulativ ein - Naja schweigt, wendet sich ab und flüchtet in eine Traumwelt. Jede der beiden kann jedoch in ihrer Krankheit durch diese Strategien und Verhaltensweisen an einen Punkt kommen, von dem es kein Zurück mehr gibt. Lachesis verstrickt sich in Lügen, Hass, Ängste, Intrigen, Misstrauen, unter Umständen bis in den Irrsinn. Naja löst sich soweit von der Realität, dass sie diese nicht mehr erträgt und unfähig wird, in ihr zu leben, bis hin zu Depression und Selbstmord. Lachesis muss lernen ihre Leiden und Ängste aufzuzeigen, sich zu offenbaren um eine Lösung zu finden. Sie muss sich mit sich selbst auseinandersetzen, anstatt ihre Umwelt zu manipulieren. Naja dagegen muss aus ihren Träumen erwachen, versuchen sich selbst wahrzunehmen und den Weg zu aktivem Handeln in der Realität zurück finden. Um noch einmal auf das Beispiel der Trauer bzw. des Kummers zurückzukommen: Lachesis würde krampfhaft versuchen, die Trauer zu kompensieren, indem es seine Kraft auf andere Gebiete umleitet und zum Beispiel versucht soziale Kontakte zu manipulieren. Naja würde sich zurückziehen und sich in Traumwelten flüchten, wobei diese künstlich erworbene Ebene ihre Realität wird. Beide versuchen sich über diese Vorgänge der Realität zu entziehen und zu steuern. Beide werden erkennen müssen, dass ihr bisheriges Leben aus Täuschungen bestand. Eine wirkliche Heilung entsteht erst dann, wenn sie diese Täuschungen als diese erkennen und sie als Lebensphilosophie nicht mehr brauchen. Lachesis verlässt die Ebene der Manipulation und bei Naja lösen sich die Träume auf und sie beginnt die Realität als solche wahrzunehmen.58 Wie so oft stellt sich die Frage, ob und inwieweit man Gemütssymptome eines Arzneimittels auf Tiere übertragen kann, zumal wir es bei Lachesis und Naja gleich mit ganzen Lebensstrategien zu tun haben. Dass man es kann, dürfte auch nach dem heutigen Stand der (Schul-)Medizin unbestritten sein. Prof. Dr. Nicholas Dodman, seines Zeichens Professor für Verhaltenskundliche Pharmakologie an der Tufts University School of Veterinary Medicine und Leiter der Verhaltenskundlichen Tierklinik in Boston, diagnostiziert und behandelt seit langem psychische Störungen bei Haustieren analog zur Humanmedizin: "Hunde hätten schließlich keine Depressionen oder Angstzustände.... Allerdings können sie die haben! Hunde erleben ein weitgefächertes Spektrum von ganz ähnlichen Problemen wie Menschen. Hatten Ethologen den Tieren anfänglich kaum kognitive Fähigkeiten zugestanden, so geht der Trend heute dahin, bei höheren Tieren sehr wohl ein Bewusstsein, ähnliche Gedanken und Emotionen, wie wir sie haben, zu vermuten. Zur Enttäuschung der Vertreter der alten Schule können Prozac bzw. Fluctin und andere auf die Psyche einwirkende Arzneimittel in der Tiermedizin erfolgreich zur Behandlung problematischer Tierverhaltensweisen eingesetzt werden. Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva und die verschiedensten neu entwickelten angstmindernden Wirkstoffe sind in der tiermedizinischen Verhaltensmedizin von unschätzbarem Wert. In den meisten Fällen ist es jedoch das beste, sie in Kombination mit speziellen verhaltensmodifizierenden Therapien anzuwenden".59 Wie man es kann, und nicht mit Psychopharmaka, sondern ganzheitlich - das ist ein wesentlich diffizileres Problem, das große Vorsicht und Umsicht verlangt. Voraussetzung ist zum einen eine genaue Kenntnis der Ethologie, insbesondere des Sozialverhaltens und des Ausdrucksverhaltens der zu behandelnden Tiere seitens des Therapeuten. Erlerntes, Konditioniertes, Sozialisierungseinflüsse oder -defizite, angezüchtete rassetypische Eigenschaften müssen herausgefiltert werden, um die Individualität eines Tieres zu erkennen. Zwar wird uns in der Praxis weder ein zum Alkoholiker gewordener Lachesis-Hund noch ein suizidgefährdetes Naja-Pferd begegnen. Auf der seelischen Ebene können sich bei Tieren jedoch ebenfalls Krankheiten ausbilden. Als Beispiel denke man an den Verlust eines Spielgefährten oder Partners, welcher Trauer auslöst. Wird diese Trauer nicht verarbeitet, kann es zu körperlichen Leiden kommen. Denken wir auch an Tiere, die gravierende Veränderungen ihrer Lebenssituation nicht verarbeiten können, wie den Tod des Besitzers, Verlust des Zuhauses und des gewohnten Rudels und ähnliche Situationen. Jeder, der einmal versucht hat, mehrere unterschiedliche Tierindividuen auszubilden, weiß, dass Tiere individuell auf Druck oder Einengung reagieren, dass sie individuell unterschiedlich lernen, geringer oder stärker kommunikativ agieren, und dass sich nicht wenige von ihnen manipulativ verhalten. Auch Tiere müssen eine Strategie entwickeln, mit ihrer Umwelt umzugehen. Und auch Tiere können an ihrer Umwelt und ihrer Unfähigkeit, mit dieser ins reine zu kommen, erkranken.
Die Schlangengifte können erkennbar in der Homöopathie sehr hilfreiche Arzneien sein. Hinter den beiden "Schlangen" verbergen sich zwei Patienten, die auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken. Bei genauer Betrachtung jedoch offenbaren sich große Unterschiede, sowohl in den körperlichen Symptomen als auch in der Lebensstrategie und dem Leidensdruck beider "Schlangen". Diese Erkenntnisse machen sehr neugierig, welche Patienten man wohl in den übrigen sechs Schlangenmitteln der Homöopathie wiederfindet, sie wecken den Wunsch, gerade die kleineren Schlangenmittel möchten weiter und intensiver geprüft werden. Die Homöopathie ist eine Behandlungsart, die von der Ganzheitlichkeit ausgeht. Albert Einstein zitieren hat einmal gesagt : "Ein Haus ist aus Steinen errichtet, ein Steinhaufen ist aber lange nicht das Haus." Somit kann der Steinhaufen nur ein Haus werden, wenn er sich so zusammensetzen lässt, das jeder Stein an seinem Platz ist und seine Funktion in diesem Bereich übernimmt. Der Organismus eines Lebenden ist im Zusammenspiel von Körper und Geist genauso aufgebaut und ausbalanciert. Das ist wahre Gesundheit. Wird diese Balance gestört, so hat eine Therapie wie die Homöopathie eine gute Chance diese wieder herzustellen. Ob wir den Schlangengiften nun in der Mythologie begegnen, oder als Reptil mit ihren ständig geöffneten Augen, welche Wachsamkeit vermitteln, als das Böse oder als das Gute, wir kommen nicht umhin, diese Tiere in ihrer Vielfältigkeit zu bewundern. Sie, die ihre Sinne so geschärft haben um zu überleben, schärfen auch die Sinne des Behandlers und lassen Einblicke auf das Wesentliche zu. Es ist mein tiefempfundener Wunsch, dass diese Arbeit ein wenig dazu beiträgt, dass zumindest das eine oder andere Lachesis- oder Naja-Tier an Körper und Seele gesund wird. Bailey, P.M.: Bauchot, R.: Bertelsen, J.: Böning, E.: Clarke, J.H.: Denkow, Dr. W.: Diesing, W.: Dodman, N.: Krüger, A.; Lamprecht, R.: Kleber, J.J.: Kleber, J.J.: Lathoud, J.A.: Madejsky, M.; Rippe, O.: Mandel, E.: Mezger, J.: Posdzech, O.: Stauffer, K.: Steingassner, H.M.: Vithoulkas, G.: Fußnotenverzeichnis Kapitel 1 2 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S.860 3 Bauchot, Roland : Schlangen, Naturbuch Verlag, Augsburg 1994, S.195 Kapitel 2 4 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter - Erd - Verlag, München 1999, S.23 4 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter - Erd - Verlag, München, 1999, S.23 5 W. Diesing : Schlangen Reintoxine und ihre Bedeutung für die Heilkunde, Georgensmünd, Horvi - Chemie, 3. Aufl., 1993, S.53 - 54 3 Bauchot, Roland : Schlangen, Naturbuchverlag, Augsburg 1994, S. 195 ff. 6 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter - Erd - Verlag, München 1999, S.24 7 Krüger, A.; Lamprecht, R. : Lachesis, der Stoff, das Tier, Homöopathische Einblicke, Heft III, http://www.verlag-medizinischesforum.de/archiv/03lachesis.htm 8 J.Mezger: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S.861 Kapitel 3 9 Kleber,J.J.: Lachesis muta, März, 1999, Toxinfo - Datenbank, http://www.toxinfo.org/toxinfo/db/toxinfo.php?genic=LACHESIS+ MUTA&PHPSESSID=35eb5cc6916b380320ec28b102540f64 7 Krüger, A.; Lamprecht, R. : Lachesis, der Stoff, das Tier, Homöopathische Einblicke, Heft III, http://www.verlag-medizinisches forum.de/archiv/03lachesis.htm 10 Dr. W. Denkow: Gifte der Natur, Bechtermünz Verlag, Augsburg 2001, S.203 - 204 9 Kleber, J.J.: Lachesis muta, März, 1999, Toxinfo - Datenbank, http:://www.toxinfo.org/toxinfo/db/toxinfo.php?genic=LACHESIS+MUTA&PHPSESSID= 11 H. - M. Steingassner: Homöopathische Materia Medica für Veterinärmediziner, W. Maudrich Verlag, Wien1998, S.287 12 J.-H.Clarke: Praktische Materia Medica Teil 1, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S. 1289,1290 13 K. Stauffer: Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S. 394 14 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S. 869 15 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S.870 16 E. Mandel: Tiere, Minerale und andere Heilmittel in der Homöopathie, W. Maudrich Verlag, Wien 1992, S.45 17 G. Vithoulkas : Medizin der Zukunft, G. Wenderoth Verlag, Kassel 2000, 19. Aufl., S.173 ff. 29 G. Vithoulkas: Medizin der Zukunft, G. Wenderoth Verlag, Kassel 2000, 19. Aufl., S.173 - 185 30 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter - Erd - Verlag, München 1999, S.21 - 29 31 A. Krüger : Homöopathische Einblicke, Heft 45, Verlag Medizinisches Forum,2001, S. 17 - 23 32 P. M. Bailey : Psychologische Homöopathie, Knaur - Verlag, München 2000, S. 151 - 162 17 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S. 870/871 18 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S.397 19 J.-H. Clarke : Praktische Materia Medica Teil 1, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn1994, S.1296 /1297 20 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S.399 17 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg,1995, S.870/871 20 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998,S.399 21 J.H.- Clarke: Praktischje Materia Medica Teil 1, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.1304 22 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S. 398 16 E. Mandel : Tiere Minerale und andere Heilmittel in der Homöopathie, W. Maudrich Verlag , Wien 1992,S. 45 24 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S.871 /872 25 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998,S. 400 26 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag verlag, Stuttgart 1998, S.396 27 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S. 395 28 J. Mezger: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S. 873 Kapitel 4 33 Kleber, J.J. : Naja sp. Asiatische, Mai 1997, Toxinfo - Datenbank, http:://toxinfo.org/toxinfo/db/toxinfo.php? 34 Dr. W. Denkow: Gifte der Natur, Bechtermünz Verlag, Augsburg 2001, S. 204 35 R. Bauchot: Schlangen, Naturbuch Verlag, Augsburg 1994, S.41ff, 165ff. 36 H.-M. Steingassner : Homöopathische Materia Medica für Veterinärmediziner, W. Maudrich Verlag, Wien 1998, S.313 37 R. Bauchot : Schlangen, Naturbuch Verlag, Augsburg 1994, S. 185 33 Kleber, J.J. : Naja sp. Asiatische, Mai 1997, Toxinfo Datenbank, http://www.toxinfo.org/toxinfo/db/toxinfo.php?genic=NAJA+SP.+ASIATISCHE&PHPSESSID= 36 H.-M. Steingassner : Homöopathische Materia Medica für Veterinärmediziner, W. Maudrich Verlag, Wien 1998, S. 313 38 J.-A. Lathoud: Materia Medica, 2. Aufl., Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.602 39 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S. 1032 40 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S. 458 40 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S. 458 41 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.1660 38, J.A. Lathoud : Materia Medica, 2. Aufl., Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S. 602 42 E. Mandel: Tiere Minerale und andere Heilmittel in der Homöopathie, W. Maudrich Verlag, Wien 1992 S. 51 43 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.1662 30 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter Erd Verlag, München 1999, S.21 - 29 50 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S. 1030 -1034 52 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S. 458 - 460 53 Jes Bertelsen : Traumarbeit und Mediation, Kösel Verlag, München 1988, S.132 - 136 51 Böning ,E. : Naja, Homöopathische Einblicke, Heft X, http://www.verlag -medizinischesforum.de, http://verlag-medizinischesforum. de/archiv/10 /NAJA.htm 44 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S. 1664 42 E. Mandel : Tiere,Minerale und andere Heilmittel in der Homöopathie, W. Maudrich Verlag, Wien 1992, S. 51 45 J. A. Lathoud : Materia Medica, 2. Aufl., Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.603 46 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S. 1665 47 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S. 1033 42 E. Mandel : Tiere Minerale und andere Heilmittel in der Homöopathie, W. Maudrich Verlag, Wien 1992. S.51 38 J.-A. Lathoud : Materia Medica, 2. Aufl., Barthel &Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.602 46 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel& Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S. 1665 44 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.1664 Kapitel 5 48 J.H. Clarke : Praktische Materia Medica, Teil II, Barthel & Barthel Verlag, Schäftlarn 1994, S.1666 54 K. Stauffer : Klinische Homöopathische Arzneimittellehre, J. Sonntag Verlag, Stuttgart 1998, S.459 47 J. Mezger : Gesichtete Homöopathische Arzneimittelehre, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1995, S.1033 55 M.Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter Erd Verlag, München 1999, S.25 56 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter Erd Verlag, München 1999, S. 26 57 M. Madejsky, O. Rippe : Heilmittel der Sonne, Peter Erd Verlag, München 1999, S. 28 58 Posdzech, O. : Vier Schlangen, vier Pole, 1998, http://people.blinx.de/behemoth/homeo/files/schlangen.htm |